Tipps

MTB-Fahrtechnik beginnt vor der Tour

MTB Fahrtechnik

Auf verblockten Trails ist MTB-Fahrtechnik gefragt

Die richtige Einstellung des Bikes Der Sattel wird vor der Abfahrt grundsätzlich versenkt. Die Bremsgriffe sollten so weit innen am Lenker montiert sein, dass sie bequem mit einem Finger bedient werden können. Dabei bilden Finger, Hand und Arm eine Linie, ohne dass das Handgelenkt gebeugt werden muss. Ein kurzer Vorbau verändert bei der Abfahrt die Geometrie positiv, das Überschlagsgefühl wird reduziert, die Lenkung wird direkter, und technisch anspruchsvolle Abfahrten werden so einfacher. Ein breiter Lenker verstärkt dies noch. Die Federung des Bikes ist auf den Fahrer abgestimmt und die Dämpfung korrekt eingestellt. Wer diese Einstellung selbst nicht vornehmen kann, sollte sich im Fachhandel beraten lassen.

Der Luftdruck der Reifen wird vor der Abfahrt reduziert, um mehr Grip mit dem Untergrund zu erzeugen. Absenkbare Federgabeln werden ausgefahren, blockierte Dämpfer und Gabeln gelöst. Dies sollte man bei sich und auch beim Tourenpartner vor jeder Abfahrt kontrollieren, da das schnell mal vergessen wird. Zudem ist auch eine kurze Kontrolle von Schnellspannern und Bremsen ratsam.

Vorbereitung Vor der Abfahrt legt man die persönliche Schutzausrüstung wie Helm, Handschuhe und Protektoren an. Dann zurrt man den Rucksack fest, und leicht zu verlierende Gegenstände wie Fotoapparat, GPS und Trinkflasche werden sicher verstaut. Ein kurzes Warmmachen und Dehnen der Muskulatur beugt Verletzungen vor. Gerade für den Schulter- und den Nackenbereich sowie für die Wirbelsäule ist dies nach einer längeren Auffahrt sehr wichtig.

Eine große Auswahl an preisgünstigen Mountainbikes gibt es übrigens hier.

Wichtig für eine gute Fahrtechnik: Balance und Bremstechnik

Der Mountainbiker sollte im Gelände jeder- zeit in den Lage sein, das Bike zu stoppen und ohne die Füße von den Pedalen zu nehmen auf der Stelle zu stehen. Hierbei handelt es sich um eine Grundtechnik, die es ermöglicht, kurz anzuhalten, eine schwere Passage anzusehen und dann sicher zu befahren. Das Bike wird zudem mit einem fünften Punkt gesteuert. Dies bedeutet, dass ein Knie oder die Oberschenkelinnenseite Berührung zum Sattel hat und das Bike so mitlenkt. Dieser Kontaktpunkt ist sowohl beim Balancieren auf der Stelle als auch beim Kurvenfahren extrem wichtig. Trainiert wird die Balance zunächst in der Ebene. Dabei kann es anfangs hilfreich sein, das Vorderrad an einem Kantstein, einem Felsen oder einem Baumstamm abzustützen. Die Technik sollte sowohl mit nach links als auch nach rechts eingeschlagenem Lenker trainiert werden.

Richtig bremsen will gelernt sein. Dabei wird ein Blockieren der Räder, wo immer möglich, vermieden. Nur ein rollendes Rad lässt sich steuern und behält den Grip zum Untergrund. Mit der Vorderradbremse wird im Gelände die Hauptverzögerungsarbeit absolviert. Beim Bremsen wandert der Körperschwerpunkt dynamisch von vorne nach hinten. Das Gesäß wird hierzu von der zentralen Position über dem Bike nach hinten über das Hinterrad geschoben.

Spitzkehren und Stufen fahren

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Spitzkehrenfahren will geübt sein!

Kurven werden grundsätzlich nicht abgeschnitten oder mit blockiertem Hinterrad durchgerutscht. Dies beschädigt den Weg und zeugt von fahrtechnischem Unvermögen. Mit rollenden Reifen und einer gut dosierten Bremstechnik lassen sich auch enge Kehren meist sauber durchfahren. Dabei hilft – wie schon bei der Balance beschrieben – der fünfte Punkt am Bike. Engere Kehren oder kombinierte Schlüsselstellen mit Stufen, Holzbalken oder Wurzeln meistert der versierte Fahrer durch Versetzen des Hinterrads. Dabei wird durch ein gezieltes Blockieren und Dosieren der Vorderradbremse und dem Herumheben des Hinterrads mit den Beinen das Bike sehr dynamisch und elegant durch die Kurve gesteuert. So ist es auch möglich, nasse Holzbalken im rechten Winkel und somit sicher und ohne Sturzgefahr zu überrollen.

Bei Stufen ist darauf zu achten, ob diese einfach überrollt werden können oder ob die Gefahr besteht, dass man mit dem Kettenblatt aufsitzt. Wenn dies der Fall ist, muss man dies durch Anheben des Vorderrads beim Überfahren der Stufe verhindern. Für diese Technik, die bei höherer Geschwindigkeit auch in einen Sprung übergehen kann, muss jedoch im Landebereich ausreichend Bremsraum vorhanden sein. Niedrigere Stufen und Treppen werden langsam und mit dosiertem Bremseinsatz befahren. Dabei wandert der Körperschwerpunkt dynamisch von vorne nach hinten. Das Gesäß wird hierzu von der zentralen Position über dem Bike nach hinten über das Hinterrad geschoben. Auch beim Befahren von Stufen ist das Blockieren des Hinterrads zu vermeiden. Zudem sollte man darauf achten, auf dem Wanderweg verbaute Holzbalken durch das Überfahren nicht herauszureißen und somit den Weg zu beschädigen.

Auch Teil einer guten MTB-Fahrtechnik: Schieben und Tragen

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Wer sein Bike liebt, der schiebt!

Im Zweifelsfall gilt generell: Lieber gut geschoben als schlecht gestürzt! Gerade im alpinen Gelände kann ein Sturz eine schmerzhafte und kostspielige Angelegenheit sein. Man muss nicht jede noch so ausgesetzte Schlüsselstelle gefahren sein, bloß weil der Mitfahrer dies womöglich gerade vorgemacht hat. Beim Schieben gilt es zudem, nicht hektisch zu werden, sondern sicher zu treten und wenn notwendig das Bike auch bergab zu tragen, was oftmals ein besseres Auftreten und ein bequemeres Gehen ermöglicht.

Die richtige Tragetechnik Es gibt im Allgäu eine Vielzahl von Singletrails, die man nur erreicht, wenn man dazu bereit ist, sein Bike auch mal ein Stück bergauf zu tragen. Während man kurze Tragepassagen durchaus noch überwinden kann, indem man das Bike am Oberrohr anfasst oder auf die Schulter legt, ist bei längeren Tragepassagen eine ausgefeiltere Tragetechnik erforderlich. Hierzu legt man sich das Bike mit dem Unterrohr zentral auf die Nackenmuskulatur oder idealerweise auf den Rucksack. Hier liegt das Bike gut ausbalanciert und man kann aufrecht gehen. Meist kann man sogar freihändig laufen oder das Bike mit nur einer Hand am Vorderrad oder am Pedal etwas unterstützen.

Diese Technik ist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sogar deutlich angenehmer als das Schieben des Bikes, wo man das Rad an Stufen und Hindernisse immer wieder durch kräftezehrendes Anheben des Lenkers bergaufwuchten muss. Auch das Überwinden der im Allgäu allgegenwärtigen Viehgatter ist mit dieser Tragetechnik viel einfacher. Um das Bike auf die Schultern zu bekommen, stellt man es so vor sich hin, dass man das Tauchrohr der Federgabel mit der linken und die Kurbel oder das Sitzrohr mit der rechten Hand greifen kann. Dann hebt man das Bike in dieser Stellung nach oben über den Kopf und legt es mit dem Unterrohr im Nacken ab. Die Kettenblätter zeigen in dieser Stellung nach oben gen Himmel, und die linke Kurbel wird nach vorne in Blickrichtung gedreht. Noch etwas ausbalancieren, dann kann man locker losmarschieren.

Sollten irgendwelche Hindernisse wie Felsen, Bäume oder Büsche im Weg sein, kann man das Bike recht einfach auf die eine oder die andere Schulter drehen. So verlieren Tragestücke ihren Schrecken – und man erweitert seinen Horizont erheblich.

Nicht nur als psychologische Hilfestellung: Spotten

Das Spotten ist eine Technik, die in der Gruppe angewendet werden kann. Versucht man eine Schlüsselstelle im ausgesetzten Gelände zu fahren, ist es oft hilfreich, wenn eine oder zwei weitere Personen das Manöver absichern. Es geht dabei darum, zu verhindern, dass ein stürzender Biker noch tiefer abstürzt. Meist reicht es im Fall des Falles, dem Stürzenden einfach einen kräftigen Schubs zu geben, damit dieser sich wieder fangen kann. Oft wird diese Technik auch einfach als psychologische Hilfestellung eingesetzt.

Bergauf fahren will gelernt sein

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Auch zum bergauf fahren braucht es einiges an Technik

Wer steile Rampen erklimmen will, muss die ideale Balance zwischen ausreichend Grip am Hinterrad und einem am Boden bleibenden Vorderrad finden. Dazu kann es erforderlich sein, mit dem Gesäß auf dem Sattel ein Stück nach vorne zu rutschen und den Lenker aktiv nach unten zu drücken. Ist der Untergrund fest und der Grip ausreichend, kann man auch im Wiegetritt fahren, was aber sehr kräftezehrend ist. Das Absenken der Federgabel und das Blockieren des Hinterraddämpfers kön- nen hilfreich sein. Sollte die Gabel nicht absenkbar sein, so kann man diese mit Hilfe eines Spannriemens im eingefederten Zustand halten. Oftmals ist es jedoch angenehmer, das Bike bergauf zu schieben. Hierbei sollte man auf einen aufrechten Gang achten, denn nach vorne gebeugt bekommt man an den Fersen sehr schnell schmerzhafte Blasen …

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