Zur Gräner Ödenalpe im Tannheimer Tal

Rund um die Krinnenspitze kann man auf dieser Tour von Alp zu Alp fahren. Dafür stehen zwei Varianten zur Auswahl. Danach findet man am Alpenrosenweg und am Meraner Steig schöne Singletrails, auf denen man zurück ins Tal fährt.

Die mächtige Krinnenspitze und darunter die Krinnenalpe

Eckdaten zur MTB-Tour im Tannheimer Tal

3
Schwierigkeit
✪✪✪✪
Erlebniswert
↑↓ 630/633* Hm
Höhenmeter
20,2/14,4 km
Streckenlänge
3/2* Std.
Zeit

*=Variante 1/Variante 2

Singletrail-Tour an den Hängen der Krinnenspitze

Blick ins Tannheimer Tal und auf den Haldensee

Auf dem Sattel zwischen Krinnenspitze und Litnisschrofen liegt die Gräner Ödenalpe. Auf dem Weg dorthin werden wir auf unserer heutigen Tour noch eine ganze Reihe von Alpen passieren. Variante 1: Startpunkt dieser Tourenvariante ist der kleine Wanderparkplatz an der Maria-Hilf-Kapelle zwischen Nesselwängle und Gaicht. Bereits nach wenigen Höhenmetern passieren wir den kleinen Ort Rauth. Am Dorfbrunnen erinnert eine Gedenktafel an Frau Birgit Eckert, die hier angeblich ihre Schwimmprüfung abgelegt haben soll. Na ja, eine besondere Herausforderung scheint dies nicht gewesen zu sein, ganz im Gegensatz zu dem was uns jetzt noch bevorsteht … Besonders an heißen Sommertagen empfiehlt es sich, an diesem Brunnen alle Trinkflaschen voll zu machen, verläuft der folgende Anstieg doch meist an einem sonnigen und somit heißen Südhang. Wir stellen uns den Serpentinen hinauf zum Meraner Steig. Kurve um Kurve windet sich der Schotterweg nach oben, und mit zunehmender Höhe öffnet sich der Blick ins Lechtal.

Wir passieren die verfallene Ruthger Alpe. Mehrmals kreuzt ein Singletrail, der auf der Wanderkarte als Nr. 13 eingezeichnet ist, unsere Auffahrt. Ein paar Serpentinen weiter oben ist der Meraner Steig erreicht. Wer schon mal in Meran beim Biken war, der kennt das: Tiefblicke, meist parallel zu den Höhenlinien verlaufende Wege – und hohe Temperaturen. Gut, ganz so tief nach unten können wir hier im Tannheimer Tal nicht schauen, aber vom Charakter des Weges her mag das schon übereinstimmen. Der Weg ist bestens ausgebaut und breit genug, sodass ihn Biker und Wanderer ohne Konflikte zugleich benutzen können. Die kurzen Zwischenanstiege sind zwar steil, aber durchweg bezwingbar.

Inzwischen haben wir die Nordflanke der Krinnenspitze erreicht, und irgendwann lugen dann auch schon die weißen Sonnensschirme der Krinnenalpe zwischen den Bäumen hervor. Hier bietet sich natürlich die Gelegenheit, an der wunderbar gegenüber von Gimpel und Köllenspitze gelegenen Alpe eine Rast einzulegen und für eine Weile das Panorama zu genießen.

Ankunft an der Krinnenalpe

Diese Rast hatte ich bei meinem ersten Besuch auf der Krinnenalpe auch bitter nötig. Ich war schon einige Stunden mit dem Bike im Tannheimer Tal unterwegs, und gerade bei der Auffahrt von Rauth zur Krinnenalpe kam ich voll in die Mittagszeit … Das Thermometer auf dem Tacho stieg bis auf 36 °C – ein wahrer Glutofen! Da ist schnell auch die zweite Trinkflasche aufgebraucht. Auf dem Meraner Steig hat es mir dann fast die Lichter ausgeknipst – kurzzeitig wurde mir schwarz vor Augen, und ich bin fast vom Bike gekippt.

Eine kurze Rast am Brunnen füllte zwar die Trinkflasche wieder, und auch das Wasser kühlte Kopf und Arme, aber bei der Hitze braucht der Körper schnell Ersatz für die ausgeschwitzten Mineralien.

Also weiter bergauf, weiter in der Hitze. Was für eine Erleichterung, als endlich die Sonnenschirme der Krinnenalpe zwischen den Bäumen durchschimmern! Ich fühlte mich wie ein Verirrter in der Wüste, der endlich eine Oase am Horizont entdeckt. Trotz der Hitze bestellte ich mir eine heiße Speckknödelsuppe – denn sie enthält das Salz, das der Körper bei einer solchen Hitze dringend benötigt. Für Energie, Flüssigkeit und Zucker sorgte eine Zitronenlimonade – zugegeben, etwas verdünnt mit Hopfensaft, aber schmecken soll es ja schließlich auch …

Pause am Haldensee

Über die Krinnenalpe zur Gräner Ödenalpe

Singletrail-Abfahrt auf dem Wanderweg Nr. 13

Frisch gestärkt widmen wir uns nach der Rast der nächsten Herausforderung: Gleich hinter der Alpe erwartet uns eine Steilrampe, die es wirklich in sich hat! Aber hier darf man ruhig mal die Zähne zusammenbeißen und hochdrücken, denn bereits nach wenigen Metern ist der Abschnitt passiert, und die Steigung wird wieder moderater. Auf dem Alpenrosenweg erreichen wir die Nesselwängler Ödenalpe auf 1680Metern Höhe. Vor dem Schlussanstieg durchrollen wir auf dem Schotterweg noch eine kurze Senke, dann ist das Ziel, die Gräner Ödenalpe, erreicht. Wer bisher noch keine Rast eingelegt hat, kann dies ja an dieser Stelle tun. Knapp 300Meter über uns ragt der Gipfel der 2000Meter hohen Krinnenspitze in den Himmel.

Während ihre felsige Nordwand fast 500Meter senkrecht abfällt, ist die Südseite vergleichsweise zahm. Der Bergwald reicht hier bis fast ganz nach oben, und der Gipfelaufbau gleicht von dieser Seite her gesehen eher einem sanften Hügel statt einem richtigen Berg. Dafür ist der Gipfelaufbau des 2068Meter hohen Litnisschrofen in unserem Rücken umso schroffer und felsiger. Die Rückfahrt erfolgt auf demselben Weg, den wir nach oben gekommen sind. Selbstverständlich fahren wir hier mit angepasster Geschwindigkeit und nehmen Rücksicht auf die anderen Bergbesucher.

Auf dem Alpenrosenweg – wieder in Begleitung vieler Kühe

An der Nesselwängler Ödenalpe bietet sich zudem die Möglichkeit, direkt nach Nesselwängle abzufahren. Auf der breiten Schotterpiste gelangt man ohne fahrtechnische Anforderungen schnell ins Tal. Einige Serpentinen können über einen Trail auf der Skipiste abgeschnitten werden. Wesentlich reizvoller ist jedoch der Weg zurück bis zur Krinnenalpe und weiter zum Meraner Steig. Wer will, kann zudem auf der Abfahrt die Augen offen halten und einige der Serpentinen auf dem Wanderweg Nr. 13 abschneiden.

Dieser Trail erfordert aber eine sichere Beherrschung des Bikes und sollte daher nur von Fahrern mit dem entsprechenden Können angegangen werden. Der Weg führt abwechselnd durch einen lichten Bergwald und über offene Lichtungen. Der Untergrund ist durchgehend verwurzelt oder felsig. Stellenweise schwappt das Wasser eines kleinen Bergbachs über den Weg und erhöht durch die Nässe den fahrtechnischen Anspruch auf den folgenden Trail-Abschnitten nochmals.

Wanderkarte zur Tour im Tannheimer Tal

Dennoch ist der schöne Singletrail eine willkommene Alternative zu dem doch etwas langweiligen Schotterweg. In Rauth treffen Trail und Schotterpiste wieder zusammen. Auf der kleinen asphaltierten Straße geht es zurück zum Wanderparkplatz. Variante 2: Eine alternative Auffahrt zur Gräner Ödenalpe beginnt unten an der Talstation der Seilbahn zur Krinnenalpe. Auch hier kann man relativ einfach und ohne nennenswerte Schwierigkeiten auf einem Schotterweg zur Nesselwängler Ödenalpe und dann weiter nach oben fahren.

Diese zweite Variante der Tour ist im Anstieg wesentlich einfacher als die erste über die Krinnenalpe, da hier die steile Passage nach der Krinnenalpe geschickt umfahren wird.

Dennoch ermöglicht auch diese Variante die schöne und lohnende Abfahrt über den Alpenrosenweg, den Meraner Steig und auf dem Wanderweg Nr. 13 hinunter nach Rauth. An der Maria-Hilf-Kapelle ist der Talgrund erreicht. Auf dem Radweg gelangt man zurück zur Talstation der Krinnenalpbahn. Wer möchte kann im Anschluss an die Tour noch den Haldensee ansteuern. Dieser ist nur wenige Kilometer entfernt und lädt zum Baden oder zur Einkehr in der gemütlichen Gaststätte am Ufer ein. Der Weg dorthin verläuft auf einem ausgeschilderten Radweg fernab der stark befahrenen Straße.

Tourinformationen zur Gräner Ödenalpe im Tannheimer Tal

Anfahrt A 7 bis Ausfahrt 137-Oy-Mittelberg, weiter Richtung Bad Hindelang-Oberjoch/ Pfronten/B 310 und über Wertach, Jungholz, Unterjoch nach Oberjoch, nach Schattwald vorbei an Zöblen und nach Tannheim; auf der Umgehungsstraße an Tannheim und an Grän vorbei bis zur Talstation der Krinnenalpbahn. Oder noch ein paar Kilometer weiter zum Wanderparkplatz bei der Maria-Hilf-Kapelle. Alternativ mit der Bahn nach Pfronten, dann mit dem Bus oder dem Bike durchs Tal nach Grän und zum Startpunkt.
Kondition ✪✪✪✪✪
Fahrtechnik ✪✪✪✪
Erlebniswelt Fahrspaß: ✪✪✪✪✪ – Schöne Trail- Abfahrt auf dem Meraner Steig möglich, der allerlei technische Herausforderungen bietet.
Landschaft: ✪✪✪✪✪ – Die ganze Gegend rund um die Krinnenspitze ist landschaftlich ein absolutes Highlight; die Tour bietet ständig tolle Blicke auf die Vilser Gruppe gegenüber.
Kultur und Geschichte: ✪✪✪✪ – Ein paar Alpen säumen unseren Weg.
Einkehrmöglichkeiten Nesselwängler Edenalpe (Alpenbadstr. 20a/4, A-6600 Reutte/Tirol, Tel. +43/(0)676/492 01 84, www.edenalpe.at) Krinnenalpe (Tel. +43/(0)5675/81 89, www.krinnenalpe-tirol.at) Gräner Ödenalpe Klein Meran in Rauth Talstation Krinnenalpbahn
Streckenprofil Einfache Schotterweg-Auffahrt über den Meraner Steig und bergab wahlweise auf anspruchsvollem Singletrail oder auf dem Schotterweg. Auf dem Trail von der Öden- zur Krinnenalpe S0 bis S1. Später auf dem Wanderweg Nr. 13 durchgehend S2 mit einigen S3-Sektionen.
Wegbeschaffenheit Variante 1: Teer: 3,5 km, Schotter: 10,5 km, Schieben/Tragen: –, Trail bergauf: 3 km, Trail bergab: 3 km
Variante2: Teer: 3,5 km, Schotter: 8,5 km, Schieben/Tragen: –, Trail bergauf: -, Trail bergab: 3 km
Höchster Punkt 1726 m, Gräner Ödenalpe
Niedrigster Punkt 1110 m, Wanderparkplatz bei der Maria-Hilf-Kapelle
Landkarte Kompass Karte Nr. 04, Tannheimer Tal, 1:35 000
GPS/Roadbook Variante 1: Tour 12 Oedenalpe.gpx mit 11 Wegpunkten; Variante 2: Tour 12 Krinnenalpe. gpx mit 11 Wegpunkten
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