Bike-Region Allgäu

Wander- und Bikeregion Allgäu

Bike Allgäu

Einer von vielen Bike-Trails im Allgäu

Das Wandern hat im Allgäu eine lange Tradition, und es ist selbstverständlich, dass Seilbahnen im Sommer unzählige Touristen auf den Berg befördern. Auch viele Wege und Schutzhütten in den Bergen werden extra vom Deutschen Alpenverein (DAV) angelegt, erbaut und unterhalten. Das ist neben viel Ar- beit auch mit Kosten verbunden. Am Unterhalt des Wegenetzes kann sich jeder Mountainbiker zumindest finanziell durch eine Mitgliedschaft im DAV beteiligen. Zudem bietet diese neben weiteren Vergünstigungen auch einen umfangreichen Versicherungsschutz bei allen Unternehmungen im alpinen Gelände.

Wir Biker sind neben den Wanderern ebenfalls nur Gäste in der Natur. Dabei wollen wir gleichberechtigt und mit demselben Respekt behandelt werden, den wir den anderen Wegenutzern entgegenbringen. Wir nehmen grundsätzlich Rücksicht aufeinander und verhalten uns vorbildlich. Das Wandern ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Allgäu, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Wir Mountainbiker sind vielerorts allenfalls geduldet, aber unsere Bedeutung nimmt von Tag zu Tag zu. Die Zukunft ist eine gemeinsame, die auf die Befindlichkeiten und Bedürfnisse beider Gruppen gleichberechtigt eingeht und beiden ein attraktives Wegenetz bietet

Geologie und Landschaft im Allgäu

Bike Allgäu

Im Hintersteiner Tal

Der Reiz der Grasberge Zur Geologie des Allgäus gibt es für uns Biker ein paar Punkte, die für die Tourwahl und für das, was uns auf der Tour erwarten kann, durchaus von Bedeutung sind. Die meisten Berge des Allgäus sind sogenannte Grasberge, was bedeutet, dass diese mit einer Erd- oder Lehmschicht überzogen sind, die eine üppige Vegetation ermöglicht. Die Berge sind somit meist bewaldet. Im Bereich von Alpen und der dort seit Jahrhunderten praktizierten Viehwirtschaft wurde der Wald früher gerodet, und so finden wir hier satte Wiesen. Die dort angelegten Alp- und Wanderwege sind meist von glatter Struktur und eigentlich sehr gut befahrbar. Leider verwandeln sich die meisten dieser Weg nach längeren Regenfällen und im Frühjahr nach der Schneeschmelze in rutschige Schlammpisten, und auch so manche Wiese wird schnell zum Sumpf – dies sollten wir bei der Tourplanung stets beachten und gerade bei den soeben beschriebenen Wettersituationen auch mal auf den einen oder andern Singletrail verzichten und stattdessen die Abfahrt auf einem Schotterweg vorziehen. Damit vermeiden wir Spuren auf dem Trail und tragen nicht zur Erosion auf diesem sensiblen Wegenetz bei.

In bewaldeten Gebieten müssen wir auch oft mit stark verwurzelten Trails rechnen. Hier ist bei Nässe eine präzise Fahrtechnik erforderlich, da die Wurzeln dann sehr rutschig sein können! Als Gestein finden wir im Allgäu und im Tannheimer Tal fast ausschließlich Kalkstein. Dabei handelt es sich um die Bauwerke von Korallen, also winzig kleinen Tieren, die zum Bau dieser riesigen Felswände in warmen, flachen Meeren über Jahrmillionen hinweg beitrugen. Der Kalkstein ist in den Ausprägungen glatt und rund, als bizarrer Schrofen (z. B. am Gottesackerplateau) oder als griffiger, aber bröseliger Untergrund anzutreffen. Die harten und festen Kalksteinformationen haben bei Nässe den Nachteil, dass sie sehr rutschig werden können, vor allem wenn zwischen den Steinpassagen auch noch erdige und lehmige Abschnitte anzutreffen sind. Bröseliger und lockerer Kalkstein ist auch bei Nässe sehr gut, wenn nicht sogar besser befahrbar. Diese Art von Untergrund ist vor allem im Tannheimer Tal anzutreffen.

Eine geologische Besonderheit im Allgäu

Biken Allgäu

Kühe trifft man oft beim Biken im Allgäu

Der Nagelfluh Als geologische Besonderheit ist der Nagelfluh zu sehen. Dabei handelt es sich um Sedimentgestein, das durch eiszeitliche Ablagerungen aus allen möglichen anderen Gesteinen entstanden ist. Dabei haben Gletscher und Flüsse das Gestein befördert, rund geschliffen und abgelagert. Durch die Auffaltung der Alpen senkte sich die europäische Kontinentalplatte ab. Die so entstandene Senke füllte sich mit Wasser, und das sogenannte Molassemeer entstand. Das eingeschwemmte Material wurde seiner Größe entsprechend angelagert. Weil sie aufgrund ihres Gewichts vom transportierenden Medium, dem Wasser, nicht länger in der Schwebe gehalten werden konnten, sanken grobe Brocken und Kiesel zuerst auf den Grund. Dagegen wurden feiner Sand und Schlamm wesentlich weiter von den Alpen weg transportiert. Daraus entstanden Sandsteinformationen, die ebenfalls vereinzelt im Allgäu noch zu finden sind. Diese sind meist als dünne Schichten im oder unterhalb des Nagelfluhs abgelagert.

Aus den Ablagerungen im Molassemeer entstand ein Gestein, das man auf den ersten Blick für groben Beton halten kann. Da die runden Kiesbrocken an der Oberfläche wie Nagelköpfe aussehen, wird das Gestein als Nagelfluh bezeichnet. Bei der weiteren Auffaltung der Alpen wurden sowohl der Nagelfluh als auch der Kalkstein wiederum nach oben gehoben, und die Gebirgszüge des Allgäus entstanden. Für uns Biker ist dieser Untergrund einerseits sehr angenehm zu befahren, da er sehr griffig ist. Aber in lockeren Abschnitten und in Rinnen ist der Nagelfluh auch tückisch, da die bis zu kopfgroßen runden Steine unter den Reifen schnell mal zur Seite rollen und man so ziemlich unerwartet den Grip verlieren kann. Der Nagelfluh ist vor allem an der Nagelfluhkette zwischen Oberstaufen und Immenstadt zu finden.

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